Marktplatz & Schlosskirche

Die evangelische Schlosskirche in Weilburg ist ein monumentaler Barockbau, der von 1707 bis 1713 unter Graf Johann Ernst nach Plänen von Julius Ludwig Rottweil errichtet wurde und zur Gesamtanlage des Schlosses Weilburg gehört. Sie nimmt im protestantischen Kirchenbau des 18. Jahrhunderts eine zentrale Stellung ein.

Der querrechteckige, überkuppelte Innenraum beeindruckt durch seine weite, ausgewogen proportionierte Raumwirkung, die durch eine kühne Holzkonstruktion ermöglicht wurde. Kanzelaltar und Orgel befinden sich in einer Halbrundnische, gegenüber liegt die Fürstenloge; verglaste Logen gliedern die Eckräume. Die aufwendige Ausstattung mit Stuckaturen, Wandmalereien und kunstvollen Einbauten ist für eine protestantische Kirche außergewöhnlich.

Unter dem Altar befindet sich die Fürstengruft des Hauses Nassau mit über 30 Beisetzungen, darunter Adolf I. von Nassau und sein Sohn Wilhelm IV. Die Gruft wird jährlich am 17. November für die Öffentlichkeit geöffnet.

Heute dient die Schlosskirche neben ihrer kirchlichen Funktion auch als eindrucksvoller Veranstaltungsort, etwa als Ausweichspielstätte für die Weilburger Schlosskonzerte bei ungünstiger Witterung.