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Aktuelles aus dem Rathaus

Leptospirose bei Wildtieren

Der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz informiert:
Leptospirose bei Wildtieren
In den letzten Monaten ist bei der Untersuchung freilebender verendeter Füchse und Marder im Landkreis Limburg-Weilburg wiederholt Leptospirose nachgewiesen worden. Da die Erkrankung nicht nur bei den Wildtieren, sondern auch bei unseren Haustieren auftreten kann, möchten wir Sie mit diesem Informationsblatt über die Merkmale dieser Erkrankung informieren.
Auch im Landkreis Limburg-Weilburg wurden im vergangenen Jahr sowie im 1. Quartal 2018 einzelne Fälle von Leptospirose bei Füchsen und Marder festgestellt.
Bei der Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche) handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Die auslösenden Bakterien werden Leptospiren genannt. Sie werden von verschiedenen Wildtieren mit dem Urin ausgeschieden und sind daher oft in Pfützen und auch in der Erde zu finden. Eine Leptospiroseinfektion ist unter anderem deshalb so gefährlich, weil es sich hierbei um eine sogenannte Zoonose handelt. Zoonose bedeutet, dass die Erkrankung auch vom Hund auf den Menschen und umgekehrt übertragen werden kann. Katzen können, wenn auch selten, ebenfalls an dieser Infektionskrankheit erkranken.
Zu den Symptomen der Erkrankung gehören Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit und Erbrechen. Die Todesrate bei Hunden ist hoch.
Bei etwa 50 % der infizierten Tiere führt eine Leptospirose zum Tod. Aus diesem Grund sollten Hundehalter entsprechende Vorsorgemaßnahmen treffen. Hunde sollten gegen Leptospirose geimpft werden. Daneben sollten Hundehalter darauf achten, dass ihr Tier nicht aus stehenden Gewässern trinkt oder darin schwimmt.
Nachweise von Fuchsbandwurm
Der Kleine Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der im Dünndarm des Fuchses lebt, der aber nicht nur den Fuchs befällt. Neben Kleinnagern, die immer in die Infektionskette einbezogen sind, können in seltenen Fällen auch Katzen und Hunde sowie der Mensch betroffen sein. Die Fuchsbandwurmerkrankung des Menschen (Echinokokkose) ist selten, geht allerdings mit einem schweren Krankheitsbild einher und macht eine langwierige Behandlung notwendig.
Auch der Fuchsbandwurm wurde bei einzelnen Wildtieren im Kreisgebiet nachgewiesen.
Der Fuchsbandwurm entwickelt sich überwiegend in einem Wildtierzyklus mit dem Fuchs als Hauptendwirt und Kleinsäugern, meist Nagetieren, als Zwischenwirt. Der Fuchs als Endwirt beherbergt den geschlechtsreifen Wurm und scheidet die Bandwurmeier mit dem Kot aus. Kleinnager (Mäuse, Bisamratten) nehmen die Eier mit ihrer pflanzlichen Nahrung auf und werden dadurch zu infizierten Zwischenwirten. In den inneren Organen der Zwischenwirte entwickeln sich die Bandwurmeier zu den sog. Bandwurmfinnen (Echinokokkus). Die Kleinnager werden vom Fuchs als Hauptbeute gefressen und so entwickelt sich die Bandwurmfinne im Endwirt Fuchs in dessen Darm zum geschlechtsreifen Wurm. Mit diesem Bandwurm als Endwirt infizieren können sich nicht nur Füchse, sondern auch Hunde und Katzen, wenn sie den Zwischenwirt fangen.
LANDKREIS LIMBURG-WEILBURG
DER LANDRAT
AMT FÜR DEN LÄNDLICHEN RAUM, UMWELT, VETERINÄRWESEN UND
VERBRAUCHERSCHUTZ
FACHDIENST – VETERINÄRWESEN UND VERBRAUCHERSCHUTZ
Der Nachweis der Echinokokkose beim Tier ist meldepflichtig. Es besteht jedoch keine
tierseuchenrechtliche Verpflichtung oder Vorgabe zur Durchführung von Untersuchungen
der Wildtierpopulation bzw. von Bekämpfungsmaßnahmen.
Die Fuchsbandwurm-Erkrankung des Menschen ist sehr selten. Um sich zu infizieren,
muss der Mensch die Bandwurmeier über den Mund aufnehmen. Die Aufnahme der
Wurmeier geschieht durch kontaminierte Hände entweder nach direktem Kontakt mit
infizierten Endwirten, an deren Fell die Eier haften können, oder durch Umgang mit
kontaminierter Erde bzw. kontaminierten Lebensmitteln. Das Problem für den Menschen
sind also weniger die betroffenen Füchse selbst, sondern viel mehr ihre
Hinterlassenschaften: mit dem Kot scheiden die Tiere infizierte Eier aus und können dabei
Pilze, Beeren oder Fallobst in Bodennähe verunreinigen. Über diese Lebensmittel kann
sich dann der Mensch infizieren.
Füchse leben mittlerweile zum Teil unbemerkt konstant innerhalb der Gemeinden in
unserer unmittelbaren Nachbarschaft. In Anbetracht des insgesamt geringen
Erkrankungsrisikos erscheinen weitreichende Vorsorgemaßnahmen wie Einschränkungen
bezüglich des Aufenthaltes - auch von Kindern – in Garten, Wald und Wiese oder der
Verzicht auf Obst und Gemüse aus Freiland- und Gartenanbau sowie Pilze und Beeren
aus dem Wald nicht verhältnismäßig. Eine Maßnahme zur Risikominimierung beinhaltet,
den eigenen Lebensbereich, dazu zählt insbesondere der Garten, für den Fuchs wenig
anziehend zu gestalten
Vorsorgemaßnahmen allgemein
Gemüse, Früchte und Salat insbesondere vor dem Rohverzehr gründlich waschen.
Gekochtes Gemüse, eingemachtes Obst, Marmelade etc. sind unbedenklich, da Erhitzung
auf 60°C die Bandwurmeier sicher abtötet. Durch Einfrieren werden die Bandwurmeier
nicht abgetötet.
Nach Tätigkeiten im Freiland, vor allem nach Kontakt mit Gras, Erde usw. die Hände
gründlich waschen.
Katzen und Hunde, die im Freiland Mäuse fangen, sollten regelmäßig gegen
Bandwurmbefall behandelt werden.
Füchse in der Stadt
Es ist bekannt, dass seit einigen Jahren Füchse vermehrt in Städten angetroffen werden.
Zum Teil werden in den Städten höhere Populationsdichten als in freier Landschaft
beobachtet. Diese Füchse sind nicht eingewandert, sondern in der Nachbarschaft der
Menschen geboren und aufgewachsen. Sie zeigen wenig Scheu, reagieren wenig auf
Störungen und sind auch tagsüber aktiv. Auch diese Füchse können mit dem kleinen
Fuchsbandwurm befallen sein, allerdings sind bevorzugt solche Tiere befallen, die an der
Peripherie von Städten leben, da die Kleinnager als Fuchsbandwurmzwischenwirte
bevorzugt auf größeren Grünflächen vorkommen. Innenstadtfüchse, die sich eher von
Abfall, Katzenfutter usw. ernähren, sind eher seltener befallen.
Das Risiko sollte jedoch grundsätzlich ernst genommen werden. Bei regelmäßigem
Fuchsbesuch im Garten ist es zur Vorsorge ratsam, den Fuchskot konsequent vom
Grundstück abzusammeln, z.B. mit Hilfe einer umgestülpten Plastiktüte, die anschließend
samt Inhalt entsorgt wird. Jagdmaßnahmen führen in der Stadt nicht zu einer
Verminderung der Population, da aufgrund der hohen Vermehrungsrate der Füchse
freiwerdende Habitate in kurzer Zeit durch andere Tiere neu besetzt werden.
Für Fragen steht Ihnen der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz des
Landkreises Limburg-Weilburg zur Verfügung. Sie erreichen uns unter 06431-296 5869
oder per mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Hadamar, 04. April 2018

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