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Archiv des Rathauses

200. Geburtstag Herzog Adolph zu Nassau, Großherzog von Luxemburg

24. JULI 1817 – 17. NOVEMBER 1905
ERÖFFNUNG DER AUSSTELLUNG: SAMSTAG, 24. JUNI 2017, 18.00 UHR
BERGBAU- UND STADTMUSEUM WEILBURG

Wenn Geschichte lebt, hat Zukunft eine Chance!

1907 wird erstmals ein Denkmal für Herzog Adolph zu Nassau, Großherzog von Luxemburg in Weilburg errichtet, und zwar im Schlossgarten. 2012 wird bisher letztmals ein neues Denkmal für Herzog Adolph zu Nassau, Großherzog von Luxemburg in Weilburg errichtet, und zwar am Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg, auf dem Schlossplatz.

Herzog Adolph zu Nassau, Großherzog von Luxemburg, wirkt noch heute für unsere Stadt Weilburg an der Lahn, so fanden in den letzten 24 Jahren 13 Begegnungen zwischen der Großherzoglichen Familie von Luxemburg und der Stadt Weilburg an der Lahn statt. Die Stadt Weilburg an der Lahn erfreut sich der Freundschaft der Großherzoglichen Familie von Luxemburg.

Am 24. Juli 2017 jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag von Herzog Adolph, der am 24. Juli 1817 im Schloss Biebrich am Rhein geboren wurde. Die Familie war 1816 von Schloss Weilburg an den Rhein gezogen. Sein Vater ist Herzog Wilhelm I. zu Nassau (1792 – 1839), seine Mutter Prinzessin Luise von Sachsen-Hildburghausen (1794 – 1825). Adolph wird 1839 Herzog zu Nassau, und zwar regierend bis 1866, und wird 1890 Großherzog von Luxemburg, und zwar bis zu seinem Tod am 17. November 1905. 1953 wird Adolph in der Gruft seiner Vorfahren in der Weilburger Schlosskirche beigesetzt; alljährlich findet nunmehr eine offizielle Gruft Öffnung mit kleiner Feierstunde am 17. November in der Schlosskirche statt.

In der nassauischen Residenzstadt Weilburg an der Lahn wird der 200. Geburtstag von Herzog Adolph zu Nassau, Großherzog von Luxemburg, gleich mit zwei Ausstellungen gewürdigt:
• Vom 24. Juni bis 20. August im Bergbau- und Stadtmuseum, in der das Privatleben vorgestellt wird.
• Vom 6. Juli bis 17. November 2017 im Schloss zu Weilburg, in der eine Fotoausstellung von Marc Schoentgen (Schengen), Gott sei Dank angereichert mit Originalexponaten (auf meinen Vorschlag hin) präsentiert wird; die Texte zur Ausstellung stammen von unserem Freund, Herrn Pierre Even. Das Thema der Ausstellung lautet „Der Regent“.

Unsere Ausstellung im Bergbau- und Stadtmuseum präsentiert Exponate, die das Großherzogliche Haus von Luxemburg zur Verfügung gestellt hat: Porzellan, Besteck, Gläser, Pfeife, Gewehr, Schreibset, Fotoalben, Glückwunsch des Gemeinderates der Stadt Weilburg zur Thronbesteigung und zum 75. Geburtstag und andere Dokumente. Vom Hauptstaatsarchiv wurden für die Ausstellung die beiden Eheverträge und Schulhefte bereit gestellt. Das Schloss Weilburg trägt mit Adolphs Toilettenstuhl zur Ausstellung bei. Aus den eigenen Beständen stammen der Münzhumpen, Bilder sowie Dokumente aus dem Historischen Archiv der Stadt Weilburg. Von ganzem Herzen danke ich unserem Museumsleiter, Herrn Holger Redling, für die sehr gelungen, attraktive und interessante Ausstellung.

Herzlich danke ich dem Luxemburger Freundeskreis Rhein-Main mit Frau Präsidentin Elise Fink-Weydert, der die Ausstellung ideell unterstützt.
Ich freue mich sehr, heute Herrn Pierre Even und Herrn Dr. Dante Bernabei hier begrüßen zu dürfen.

Seine Kindheit verbrachte Adolph in Biebrich, er hatte sieben Geschwister und drei Halbgeschwister.

Am 31. Januar 1844 heiratete er Elisabeth Michailowna Romanowa von Russland (1826 – 1845), Mitglied der russischen Zarenfamilie, die nur ein Jahr später bei der Geburt eines nicht lebensfähigen Mädchens auch selbst starb. Für seine Frau und die Tochter ließ Herzog Adolph die griechisch-orthodoxe Grabeskirche auf dem Neroberg in Wiesbaden bauen, die Russen nennen sie russisch-orthodoxe. 1851 heiratete Herzog Adolph dann die Prinzessin Adelheid Marie von Anhalt-Dessau, mit der er fünf Kinder hatte.

1839 verstirbt Herzog Wilhelm I. zu Nassau. Der 22-jährige Adolph wird am 21. August 1839 neuer Herzog zu Nassau und tritt die Regentschaft an. Unter seiner Regentschaft wird der Eisenbahnbau verstärkt, die Nassauische Sparkasse wird errichtet. Auch veranlasst er die Schiffbarmachung der Lahn. Sowohl der Bau des Weilburger Schiffstunnels (1847) als auch der Bau des Weilburger Eisenbahntunnels (1862) fallen in die Regentschaft von herzog Adolph zu Nassau. Seine Leidenschaft galt der Jagd und den Pferden.

Seine Regentschaft war auch geprägt von Zugeständnissen an das Volk: Autonomie der Gemeinden, der Freiheit der Presse, öffentliche Gerichts-verhandlungen, neue Verfassung für das Herzogtum Nassau, Justiz und Verwaltung wurden getrennt.

1866 beim Krieg zwischen Österreich und Preußen kämpften die nassauischen Truppen entgegen der Parlamentsmehrheit auf Seiten der Habsburger, Preußen siegte und es kam zur Annektierung des Herzogtums Nassau. Die Residenzstadt Weilburg wurde preußische Kreisstadt (bis 1974). Herzog Adolph erhielt eine Entschädigung von 15 Millionen Gulden und konnte die Schlösser in Biebrich, Weilburg und Königstein, das Jagdschloss Platte, das „Paulinen-schlösschen“ in Wiesbaden sowie weiteren Grundbesitz behalten. Fortan mied er das Nassauer Land und wählte Schloss Hohenburg bei Lengries als Wohnsitz.
Auf Grund der Bestimmungen des Nassauischen Erbvereins von 1783 und der Ergebnisse des Wiener Kongresses von 1815 wurde Herzog Adolph zu Nassau 1890 zum Großherzog von Luxemburg berufen, und dies mit 73 Jahren. Am 17. November 1905 verstarb Herzog Adolph zu Nassau, Großherzog von Luxemburg auf Schloss Hohenburg und wurde dort auch beigesetzt, neben seinen drei verstorbenen Kindern. Nach dem Verkauf des Anwesens verfügte die großherzogliche Familie 1953 die Überführung der Sarkophage in die Fürstengruft in der Weilburger Schlosskirche, in der schon seit 1912 sein Sohn und Nachfolger Großherzog Wilhelm von Luxemburg und seit 1916 seine Gemahlin Adelheid Marie ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten.

Auch wenn der Geburtstag von Herzog Adolph zu Nassau, Großherzog von Luxemburg, bereits 200 Jahre zurück liegt und sein Todestag bereits 112 Jahre, so ist sein Andenken bis heute in der Residenzstadt Weilburg an der Lahn lebendig. Insbesondere die Besuche der Großherzoglichen Familie von Luxemburg erfüllen die Geschichte mit Leben und daraus erwächst Zukunft. Alle zwei Jahre feiert der Luxemburger Freundeskreis Rhein-Main den Luxemburger Nationalfeiertag in der Residenzstadt an der Lahn, zwischen Colmar-Berg/Luxemburg, dem Wohnsitz der Großherzoglichen Familie, und der Stadt Weilburg besteht seit 2004 eine sehr lebendige Städtepartnerschaft und auch die Bürgergarde der Stadt Weilburg an der Lahn hält das Andenken an Herzog Adolph zu Nassau, Großherzog von Luxemburg, hoch.

Es ist schon etwas Besonderes, dass annähernd zeitgleich zwei Ausstellungen in unserer Stadt einer Persönlichkeit gewidmet sind. Dankbar bin ich für das gemeinsame Wirken der Verwaltung Schlösser und Gärten in Weilburg und unseres Bergbau- und Stadtmuseums. In diesen Tagen und Monaten lohnt sich also auch für die Freunde der Geschichte Nassaus und des Miteinanders mit Luxemburg ein Besuch in der Residenzstadt an der Lahn.

Den Ausstellungen wünsche ich das verdiente Interesse.

Weilburg an der Lahn, 24. Juni 2017

Hans-Peter Schick
Bürgermeister

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