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Archiv des Rathauses

50 Jahre Kreis- und Stadtbücherei Weilburg an der Lahn 2017

Feierstunde: Dienstag, 18. April 2017, 14.00 Uhr, Weilburg, Mauerstraße 1

Wer lesen kann ist klar im Vorteil!

Sehr geehrter Herr Landrat Manfred Michel (Landkreis Limburg-Weilburg),
sehr geehrter Herr Alexander Budjan (Hessische Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken bei der Hochschul- und Landesbibliothek Wiesbaden),
sehr geehrte Frau Christiane Henss,
werte Mitarbeiter, Partner und Freunde der Kreis- und Stadtbücherei Weilburg,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

am 15. April 1967 unterzeichneten Landrat Alfred Schneider und Bürgermeister Rudolf Lehmann einen Vertrag zum gemeinsamen Betrieb der Kreis- und Stadtbücherei Weilburg; dies war der Start einer Erfolgsgeschichte für die Menschen in Stadt und Landkreis, denn wer lesen kann, der erobert die Welt! Der Zugang zu Wissen und Unterhaltung für Jedermann, ist eine entscheidende bildungs-, kultur- und zugleich sozialpolitische Aufgabe. Lesen hilft, das Leben und die Welt zu begreifen, Inhalte einzuordnen, zu genießen, ja, überhaupt am Leben teilzuhaben, teilnehmen zu können. Lesen erschließt Chancen für das Leben. Anders formuliert, und damit deutlicher: Ohne Lesen keine Chance!

Bücher im Haus, so eine Pisa-Studie, ist „ein Hinweis auf ein Familienklima, das durch Hinwendung zu Kindern, miteinander reden und gemeinsamen Aktivitäten bestimmt ist.“
Der Weg des Lesens führt vom Bilderbuch über Vorlesebücher zu selbständigem Lesen.
Die Karriere des Buches begann mit Johannes Gutenberg (1400 – 1468).

Unsere Kreis- und Stadtbücherei hat eine Karriere von der Volksbibliothek zu einer zeitgemäßen Medienwelt zurückgelegt, und das innerhalb von nur drei Jahrzehnten.

1780 lässt Fürst Karl Christian von Nassau Weilburg dieses Gebäude für das Gymnasium Philippinum Weilburg errichten. Im 19. Jahrhundert besuchen dieses Haus Schüler wie Heinrich von Gagern (1799 – 1880; Präsident der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche 1848/49) oder Wilhelm Heinrich Riehl (1823 – 1897; Schriftsteller und Pionier der deutschen Waldökologie), um nur zwei zu nennen. Das Gymnasium Philippinum war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die bedeutendste Bildungseinrichtung im Herzogtum Nassau. Wir bewegen uns hier in diesem Haus also auf geschichtsträchtigem Boden. Jedoch zählt Geschichte nur, wenn sie in eine lebendige Gegenwart und eine gute Zukunft einfließt.

In unserer Stadt Weilburg an der Lahn bestehen heute 29 Schulen und Bildungseinrichtungen, 1231 wird mit der Chorherrnstiftsschule die erste Schule urkundlich erwähnt.

Von der Volksbibliothek zur Kreis- und Stadtbücherei (1880 – 2017):

Auf Initiative des Direktors Emanuel Bernhardt (1875 – 1892, Gymnasium Philippinum Weilburg) wurde am 11. Juni 1879 der Verein „Volksbibliothek“ mit 41 Mitgliedern gegründet.

1881 war die Bibliothek im Erdgeschoss des Schlossturms mit 1.600 Büchern im Bestand untergebracht. Die Zeit der Volksbibliothek war geprägt von ständigen Umzügen: Buchhandlung Hermann Diesterweg, Neugasse/Langgasse (1893), altes Rathaus (1901), Mauerstraße 31 (1945), Mauerstraße 1 (1965), um nur einige Stationen zu nennen. Übrigens, barrierefrei und behindertengerecht, heute eine Selbstverständlichkeit, wurde bereits 1936 von dem Verantwortlichen der „Staatlichen Beratungsstelle für das volkstümliche Büchereiwesen“ in Wiesbaden, Dr. Joerden, gefordert, damals war die Bibliothek im Obergeschoss des alten Rathauses am Marktplatz untergebracht.
Mit dem Einzug in den Räumen des ehemaligen Gymnasium Philippinum im Jahr 1965 war und ist die Standortfrage dauerhaft gelöst. Die Leitung der Bücherei nahm Frau Birgit Pfeiffer wahr, es folgte 1970 Frau Breuhne, 1971 Frau Helga Reucker und seit dem 1. Juli 1987 Frau Christiane Henss.

1967 hatte die Bücherei einen Bestand von 13.793 Büchern, heute von 49.372 Medien.

Bis zum Sommer 1997 war der Landkreis, zunächst der Oberlahnkreis (bis 1974) und dann der Landkreis Limburg-Weilburg Eigentümer des Gebäudes, 1996 erwarb die Stadt Weilburg den Komödienbau und 1997 dieses Gebäude altes Gymnasium, Mauerstraße 1. Anschließend erfolgte eine umfassende Sanierung und dabei wurden die Räumlichkeiten für die Bücherei erweitert und grund-legend modernisiert.
Ein Internet-Cafe erhielt Einzug, freies WLAN ist aktuell verwirklicht. 2016 wurden 74.661 Medien ausgeliehen, gegenüber 48.894 in 1987. Geöffnet war die Bücherei in 2016 insgesamt 863 Stunden.

Unsere Kreis- und Stadtbücherei ist ein Treffpunkt für die Menschen aus Stadt und Region, ist ein Magnet für unsere Altstadt. Neben der klassischen Büchereiarbeit stehen auch die Ausrichtung von Veranstaltungen und die Bibliotheksführungen für Kindertagesstätten und Schulen auf dem Programm, aber auch Vorlesen, das neun von zehn Kindern lieben.

Am 21. April lädt unsere Kreis- und Stadtbücherei ein zu „Bücher und Wein“, und zwar von 14 bis 22 Uhr, Leben und Lesen in der Mauerstraße 1. Am 23. April 2017 ist übrigens der Welttag des Buches.

Für mich selbst ist Lesen seit spätestens meiner Kinderzeit eine meiner allerliebsten Beschäftigungen.

Die Standortfrage unserer Kreis- und Stadtbücherei ist langfristig geklärt, denn die Zukunft des Komplexes Komödienbau/altes Gymnasium, Mauerstraße 2 + 1, ist entschieden mit die aktuellen Einzügen und Entwicklungen: Krankenpflege-schule, Treffpunkt, Bürgerinitiative „Alt-Weilburg“, Bürgergarde der Stadt Weilburg, chinesische Firmen, und das Jugendtagsbüro der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Aus dem Komplex ist ein lebendiges Zentrum geworden, die Thematik „Einkaufen“ ist an diesem Standort dauerhaft vom Tisch. Im Komödienbau sind Aula, Thommy’s, Goldschmiede, Bund der Vertriebenen und der Anziehpunkt (Sozialkaufhaus) die Nutzer. Kein Quadrat-meter ist mehr frei! Und wenn im Oktober 2018 die EKHN wieder auszieht, steht bereits der Nachmieter fest.

In Zeiten der weltweiten Wirtschafts-, Finanz- und Sozialkrise musste auch die Stadt Weilburg an der Lahn im Zeitraum 2009 bis 2015 finanziell sehr bis schmerzlich auf die Bremse treten, alle freiwilligen Leistungen wurden begrenzt, diese Regelungen wurden dann durch den Schutzschirmvertrag mit dem Land Hessen auch festgeschrieben. Seit 2015 schreiben wir nun „schwarze“ Zahlen und die Perspektiven sind gut. Daher arbeiten wir im Rathaus an einer Lösung für eine bessere Personalausstattung. Wurden früher die Kosten der Bücherei zu 60 % vom Landkreis und zu 40 % von der Stadt getragen, so lautet heute die Quotierung 50/50.

Insgesamt bleibt es Aufgabe, unsere Kreis- und Stadtbücherei stets weiter zu gestalten, zur zwar entsprechend der Entwicklungen im Medienbereich und entsprechend den Bedürfnissen der Kundschaft.

Herzlich danke ich dem Landkreis Limburg-Weilburg und Herrn Landrat Manfred Michel für die stete Partnerschaft. Ein besonderes Dankeschön seitens Landkreis und Stadt gebührt Ihnen, sehr geehrter Herr Alexander Budjan, der Sie unsere Bücherei seit Jahrzehnten erfolgreich fördern. Herzlichen Dank für Ihre Verbundenheit!

Mein Dank gilt aber in erster Linie der Mannschaft mit Frau Christiane Henss, die seit vielen Jahren und Jahrzehnten das Leben unserer Kreis- und Stadt-bücherei gestalten. Herzlichen Dank!

Gestatten Sie mir ein Wort an Frau Christiane Henss: Am 8. Mai 2017 arbeitet Frau Christiane Henss 39 Jahre in und für unsere Kreis- und Stadtbücherei. Seit dem 1. Juli 1987 ist sie Leiterin der Kreis- und Stadtbücherei, also nunmehr 30 Jahre. Mit Herz und Verstand, mit Kreativität und Tatkraft hat Sie gemeinsam mit ihrer Mannschaft und Partnern des Hauses unsere Kreis- und Stadtbücherei zu einer Erfolgsgeschichte gestaltet, sich stets den Wünschen und Interessen der Kundschaft und Bevölkerung einerseits, und der sich immer schneller entwickelnden Medienlandschaft gestellt. Und wer Frau Christiane im Alltag erlebt, in ihrem couragierten Engagement lässt sie nicht nach, das Gegenteil ist der Fall. Frau Christiane Henss hat zentrale, ja weichenstellende Impulse gesetzt, Veranstaltungen, neue Medien, neue Räumlichkeiten, IT, Internet-Cafe, WLAN. In den letzten 30 Jahren ist der Stellenwert der Kreis- und Stadtbücherei Weilburg bedeutend gestiegen, die Bücherei ist ein Aktivposten für den Bildungsstandort Weilburg und die Weilburger Altstadt, und zwar ein Aktivposten mit Perspektiven.

Für Ihr jahrzehntelanges Wirken zum Wohle der Menschen, der Stadt Weilburg an der Lahn und des Landkreises Limburg-Weilburg darf ich Ihnen, sehr geehrte, liebe Frau Christiane Henss, hier und heute als Zeichen der Wertschätzung, des Dankes und der Würdigung die Johannes Meyer – Plakette verleihen!

Von Herzen wünsche ich Ihnen und Ihrer Mannschaft weiterhin alles Gute!
Danke!

Weilburg an der Lahn, 18. April 2017

Hans-Peter Schick
Bürgermeister

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