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Archiv des Rathauses

„Die Fichte – Baum des Jahres 2017“

Pflanzaktion der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – Kreisverband Limburg-Weilburg

Dienstag, 18. April 2017, 10.00 Uhr Weilburg, Stadtwald, Abteilung 195

„Weißt du, was ein Wald ist?
Ist der Wald etwa nur 10.000 Klafter Holz?
Oder ist er eine grüne Menschenfreude?“
Bertholt Brecht (1898 – 1956)

Sehr geehrter Herr 1. Vorsitzender Werner Wernecke,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

einer meiner besten Freunde ist der Wald, im Wald fühle ich mich auf- und angenommen, im Wald erfahre ich das Leben in all seiner Fülle. Der Wald ist mehr als die Summe der Bäume. Wald ist Miteinander und Füreinander, Wald lehrt uns auch Menschlichkeit und Menschsein, die Gemeinschaft aller, im Wald leben alle von der Baumkrone im Himmel bis unter das Wurzelwerk in der Erde, der Wald tut gut. „Weißt du nicht, dass die Wälder das Leben eines Landes (einer Stadt) sind?“, so der Verfasser einer babylonischen Keilschrift.

Von Herzen danke ich dem Kreisverband Limburg-Weilburg der Schutzgemein-schaft Deutscher Wald, unserem Forstamt Weilburg und unseren beiden Revierförstern Jürgen Stroh und Andreas Kandulski sowie unseren beiden Forstwirten Timo Krombach und Florian Heimann für all ihr Wirken für unseren Wald.

Der Stadtwald Weilburg umfasst ein Areal von 1.891,3 ha mit folgendem Flächenanteil der Baumartengruppen: Buche (1.027,4 ha = 56 %), Eiche (246 ha = 13 %), Fichte (207,7 ha = 11 %), Edellaubbäume (177 ha = 6 %), Douglasie (83,8 ha = 5 %), Lärche (74,8 ha = 4 %), Weichlaubbäume (61,6 ha = 3 %) und Kiefer (20,9 ha = 1 %). In den letzten 25 Jahren ist unser Wald um 5 % ge-wachsen. Aktuell lautet die derzeitige Verteilung zwischen Laub- und Nadel-bäumen 79:21, langfristig strebt die Stadt Weilburg an der Lahn eine Quote von 75:25 an. Die jüngste Forsteinrichtung wird in diesen Tagen abgeschlossen, damit sind die Weichen für die Weilburger Waldentwicklung für die nächsten zehn Jahre gestellt, Nutz-, Schutz-, Klimaschutz- und Erholungswirkungen werden gewahrt. Herzlich danke ich dem Forstamt Weilburg mit Herrn Leitenden Forstamtsdirektor Werner Wernecke und seinen Mitarbeitern. Der Weilburger Stadtwald schreibt „schwarze“ Zahlen und unsere Stadt ist ins-besondere auch dank des Waldes staatlich anerkannter Luftkurort. Alleen prägen unser Stadtbild in besonderem Maße.

Zwei Blicke in die Geschichte:
• Der Pionier der deutschen Waldökologie war der Weilburger Schrift-steller Wilhelm Heinrich Riehl (1823 – 1897), der übrigens auch Mitglied der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche 1848/49 unter Leitung des Präsidenten Heinrich von Gagern, ebenfalls Weilburger, war.
• 1942, also vor 75 Jahren, startete mit einem kleinen Forstlehrbetrieb für die Anpflanzung von Kulturen der Weg zum Forstlichen Bildungszentrum Hessen am Kampweg 1, Weilburg an der Lahn (siehe Motiv 50-Pfennig-Stück)

Mit dem einzigen Kinderforsthaus als lizenziertem Kindergarten in einem Wildpark, dem Jugendwaldheim, dem Forstlichen Bildungszentrum, dem Forstamt, zwei Revierförstereien, dem Wildpark „Tiergarten Weilburg“, 26 km² Wald (Stadt und Land), Alleen, Schutzgebieten (FFH, Naturschutz, ...) ist unsere Stadt Weilburg an der Lahn Hessens Nr. als Waldstadt, nimmt sogar einen Spitzenplatz in Deutschland ein. Der Wald- und Forststandort Weilburg konnte in den letzten gut zwanzig Jahren eine Traumkarriere zurücklegen, dies dank großer fachlicher und persönlicher Leistungen. Mein großer Dank gilt Herrn Forstamtsdirektor Werner Wernecke, seinem Vorgänger Dr. Gisbert Backhaus und seinen Mitarbeitern sowie Herrn Geschäftsführer Michael Gerst von HessenForst, Herrn Ministerialdirigent Carsten Wilke und insbesondere Herrn Staatsminister a.D. Karlheinz Weimar.

Herzlich danke ich auch dem Landesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der 2005 das von der Stadt Weilburg an der Lahn mit großer Unter-stützung des Landes Hessen geschaffene Jugendwaldheim übernommen hat und betreibt.

Der Tag des Baumes wurde am 27. November 1951 von den Vereinten Nationen beschlossen und soll die Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Wirtschaft im Bewusstsein halten. Erstmals fand der Tag des Baumes in Deutschland am 25. April 1952 statt, Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert ehr, pflanzten im Bonner Hofgarten einen Ahorn. Der Tag des Baumes 2017 findet am 25. April statt.

Die Fichte nimmt als Bau- und Konstruktionsholz, als Möbelholz und als Rohstoff für die Papierindustrie eine zentrale Funktion ein. Die Fichte gilt als „Brotbaum der Wälder“, zumindest in den letzten 60 Jahren. Fichtenholz ist gefragt. Für die Zukunft des Lebensraumes Weilburg ist von zentraler Bedeutung, dass die Mischung in der Bewaldung stimmt, daher muss die Fichte ihren Platz behalten, ja gemeinsam mit der Douglasie, der Lärche und der Kiefer muss der Anteil der Nadelhölzer wachsen.

Ungeachtet dessen bleiben die Buche der Weilburger Waldbaum und die Linde der Weilburger Stadtbaum.

Holz ist der aktuelle Baustoff der Stadt Weilburg: Kindertagesstätte Hirsch-hausen (1995), Kindertagesstätte Kirschhofen (1997), Jugendwaldheim (2005), „Hessentagshalle“-Zweifeldsporthalle (2005), Bürgerhaus Hirschhausen (2015).

Herzlich danke ich dem Kreisverband Limburg-Weilburg der Schutzgemein-schaft Deutscher Wald und unserem Forstamt Weilburg für diesen besonderen Moment für unseren Wald und den Baum des Jahres 2017, die Fichte!

Weilburg an der Lahn, 18. April 2017

Hans-Peter Schick
Bürgermeister

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