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Archiv des Rathauses

Krankenpflegeschule im alten Gymnasium: Perspektive durch Bildung

Eröffnung: Mittwoch, 2. November 2016, 15.00 Uhr,

Mauerstraße 1, Weilburg an der Lahn

 

Bildung erschließt Chancen für Menschen und Stadt!

 

Sehr geehrter Herr Landrat Manfred Michel,

sehr geehrter Herr Geschäftsführer Peter Schermuly,

sehr geehrter Herr Schulleiter Michael Chladik,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

wir leben den jetzigen Moment im Herzen unserer Stadt, wir stehen dabei auf dem Boden bedeutender Bildung. Aus gutem Fundament erwächst neues Leben für Menschen und Stadt. Bildung ist ein Schlüssel des Erfolges, ein entscheidender Faktor für Zukunft.

Von Herzen danke ich Herrn Geschäftsführer Peter Schermuly, Herrn Schul-leiter Michael Chladik, Herrn Landrat Manfred Michel und Herrn Architekten Matthias Losacker sowie Magistrat und Stadtverordnetenversammlung der Stadt Weilburg an der Lahn. Ich bin heute froh und dankbar, einen wunder-baren Moment im Leben unserer Stadt erleben zu dürfen, erleben zu dürfen, dass meine vielen und teils steinigen Wege mich an das gewünschte Ziel gebracht haben. Wunder werden wahr, wenn man daran glaubt und dafür kämpft. Nichts ist selbstverständlich und immer braucht man Menschen guten Willens.

1540 gründet Graf Philipp III. von Nassau-Weilburg das spätere Gymnasium Philippinum Weilburg. 1707 erhält das Gymnasium den Standort „Hinter der Mauer“, jetzt Mauerstraße. 1780 lässt Fürst Karl Christian von Nassau-Weilburg an gleicher Stelle ein neues Gebäude in klassizistischem Stil errichten, welches das Gymnasium bis 1965 beherbergt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war das Gymnasium Philippinum die bedeutendste Bildungseinrichtung des Herzogtums Nassau, galt als „Demokratenschmiede“, so war beispielsweise Heinrich von Gagern, der spätere Präsident der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche Schüler hier in der Mauerstraße, er wohnte mit seiner Familie im heutigen Amtsgericht.

1809 lässt Fürst Karl Christian von Nassau-Weilburg unter Federführung des Ministers Hans Freiherr von Gagern, Vater des berühmten Heinrich, den Komödienbau als Ball- und Theatersaal errichten, ab 1879 dient der Komödien-bau dann dem Gymnasium als Erweiterung, aus dem Ball- und Theatersaal bzw. dem Casino wird die Aula, heute Zierde der Stadt, aus dem Stadtleben nicht mehr wegzudenken, ohne Aula wären wir deutlich ärmer. Jetzt hat sie auch noch einen Fahrstuhl erhalten, andere reden von Inklusion, wir bauen behindertengerecht aus.

Bereits ab dem Auszug des Gymnasiums im Jahre 1965 ist es der Wunsch der Weilburger Stadtbevölkerung, den Komplex altes Gymnasium, Komödienbau und Tunnel für städtische Belange zu nutzen, der Wunsch verstärkt sich, die Perspektive gestaltet sich aber immer hoffnungsloser, nur ein Wunder kann noch eine Wunscherfüllung bringen, die Gebäude sind mehr oder weniger dem Verfall preisgegeben.

Im Februar 1994 knüpfen Landrat Dr. Manfred Fluck und ich das sogenannte Weilburger Paket (altes Gymnasium, Komödienbau, Turnhalle Hainallee, Kreis- und Stadtbücherei, Sportstättenvertrag und Kreishallenbad) später dann Nr. II mit Landratsamt, Kreisbauamt (heute Haus für Kinder) und Kruppstraße 4 (heute: Hilfe für Senioren, Jugend, Menschen auf der Flucht, Caritas-Beratungsstelle und Geschäftsstelle unserer Wohnungsbaugesellschaft.

Im Dezember 1996 kauft die Stadt Weilburg an der Lahn vom Landkreis Limburg-Weilburg den Komödienbau und im Sommer 1997 das alte Gymnasium auf meine Initiative, und zwar zum Preis von insgesamt 250.000 €, zwei höchst sanierungsbedürftige Gebäude, aber von zentraler Bedeutung für Altstadt und Stadt.

Die Stadt saniert bei einem Kostenvolumen von alles in allem 2,5 Millionen € DM, mit kräftigen Zuschüssen von Bund und Land (1.666.000 €) im Zeitraum Oktober 1997 bis März 1999, neues Leben hält Einzug und heute ist der Komplex Gymnasium-Komödienbau ein großer Aktivposten für Stadt und Altstadt: Aula als landesweit geschätzter Treffpunkt, das ebenfalls landesweit geschätzte Lokal Tommy’s, Goldschmiede, Caritas-Anziehpunkt und Bund der Vertriebenen/Sudetendeutsche Landsmannschaft, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (Organisationsbüro für Jugendkirchentag 2018), zwei chinesische Firmen, Bürgergarde der Stadt Weilburg an der Lahn, Bürger-initiative „Alt-Weilburg“, Kreis- und Stadtbücherei, der „Treffpunkt“ (viele Gruppen und Initiativen der Stadt sind heute die Nutzer), Kinderspielplatz, Veranstaltungshof und jetzt als I-Punkt die Krankenpflegeschule. Hier ist in den letzten Jahren fürwahr ein Ort des Lebens für Altstadt und Stadt, insbesondere für die Menschen entstanden. Nach der Kreismusikschule Oberlahn im alten Rathaus am Weilburger Marktplatz ist mit der Krankenpflegeschule eine zweite Schule für den Standort Altstadt gewonnen worden. Bildung ist einer der erfolgversprechendsten Wege für die Neugestaltung einer lebendigen Altstadt. Jeder Quadratmeter in dem Komplex Gymnasium-Komödienbau ist nunmehr genutzt, dient den Menschen und der Stadt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bin froh und dankbar, das selbst gesteckte Ziel ist auch hier erreicht. Ich danke allen Partnern auf dem Weg hin zur Krankenpflegeschule des Kreiskrankenhauses Weilburg hier im alten Gymnasium Weilburg, in der Mauerstraße 1, neues Leben in alten Mauern.

Bildung ist eine Chance für Menschen und Altstadt. In diesen Tagen leisten die Stadt und das Rathaus aber noch viel mehr für das Herz der Stadt: neue Fassade für altes Rathaus und Schlosskirche, behindertengerechter Zugang Schlosskirche, Verkehrsleitsystem für die Altstadt, Sanierung Parkdeck „Rathaus“, Fußgängerzone Neugasse, Zukunft für Europas höchsten Lehmstampfbau in der Niedergasse 22, „Wohnen am Fluss“, freies WLAN zwischen Marktplatz-Schlossplatz-Denkmalplatz-Parkdeck „Rathaus“, neue Perspektiven für die Tourist-Info und das Bergbau- und Stadtmuseum, umfassend neue Weihnachtsbeleuchtung, Leerstandsmanagement, Förderprogramme „Städtebaulicher Denkmalschutz“ und „Lokale Ökonomie“, Fahrradparkplätze und vieles mehr. „Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt“, so der Italiener Dante Alighieri um 1295, als die Civitas Weilburg die Stadtrechte von König Adolf von Nassau (1292 – 1298) erhielt.

Die Krankenpflegeschule gewinnt mit dem neuen Standort an Profil, an Gesicht. Gleichzeitig bedeutet der Einzug der Krankenpflegeschule des Kreiskranken-hauses Weilburg in ein Gebäude der Stadt Weilburg an der Lahn aber auch ein deutliches und klares Zeichen für die Position der Stadt Weilburg an der Lahn und des Bürgermeisters zum Kreiskrankenhaus und zum Miteinander. Das Kreiskrankenhaus Weilburg ist eine der wichtigsten Säulen im Leben unserer Stadt Weilburg an der Lahn, das Kreiskrankenhaus ist lebensnotwendig für die Menschen und die Stadt. Bei dem Miteinander der Stadt mit dem Kreis-krankenhaus gilt „Schöne Worte sind zu wenig“, daher ist der heutige Tag ein kleiner aber wegweisender, ja bedeutender Meilenstein für das Miteinander und Füreinander. Übrigens Vorfahr des Kreiskrankenhauses war das städtische Auguste-Viktoria-Krankenhaus an der Frankfurter Straße mit 140 Betten, das die Stadt Weilburg am 1. April 1961 an den Oberlahnkreis verkaufte. 1974 bauten der Oberlahnkreis und in der Folge der Landkreis Limburg-Weilburg das Kreiskrankenhaus am Steinbühl und am Standort Frankfurter Straße entstanden das Staatliche Schulamt und das Tagungszentrum des Landes Hessen. Kreis und Stadt, immer wieder spannend, aber wir brauchen einander, nur das Leben ist keine Einbahnstraße, das Leben basiert auf Gegenverkehr.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, herzlich danke ich namens der Stadt Weilburg an der Lahn, Magistrat, Stadtverordnetenversammlung und Ortsbeirat Weilburg für den Einzug der Krankenpflegeschule, für die heutige Eröffnung hier im Gymnasium, hier im Herzen unserer Stadt. Ich freue mich!

Weilburg an der Lahn, 2. November 2016

Hans-Peter Schick

Bürgermeister

 

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