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Archiv des Rathauses

50 Jahre Heimatstube „Kreis Freystadt“ in der Stadt Weilburg an der Lahn

Feierstunde: Samstag, 24. September 2016, 19.00 Uhr,

Bergbau- und Stadtmuseum der Stadt Weilburg an der Lahn

 

Jeder hat das Recht auf Heimat!

Sehr geehrter Herr Vorsitzender Heribert Reif,

sehr geehrte Frau Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf,

sehr geehrter Herr 1. Kreisbeigeordneter Helmut Jung,

lieber BdV-Vorsitzender Josef Plahl,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

als Hausherr darf ich Sie hier und heute herzlich im Bergbau- und Stadtmuseum der Stadt Weilburg an der Lahn herzlich begrüßen.

Am 29. September 1963 unterzeichneten Bürger aus dem Kreis Freystadt/ Niederschlesien und Vertreter des Oberlahnkreises eine Patenschaftsurkunde, sie hängt heute im Weilburger Rathaus, auf dem Flur des Bürgermeisters. Am 10. September 1966 wurde im Rahmen des 4. Patenschafts- und Heimattreffen der Kreis Freystädter im alten Gymnasium die Heimatstube des Kreis Freystadt eröffnet. Später siedelte der Landkreis Limburg-Weilburg die Heimatstube in das Landratsamt in der Limburger Straße 10, Weilburg, um und seit 2004 gewährt die Stadt Weilburg an der Lahn der Heimatstube auf Dauer eine Heimat, und dies mit guten Öffnungszeiten, die im kommenden Jahr weiter wachsen werden, auf dann über 2.000 Stunden im Jahr.

Unser Bergbau- und Stadtmuseum beheimatet die Weilburger Stadtgeschichte, die Geschichte des Bergbaus in der Oberlahnregion, eine historische Bibliothek, die Josef Müller-Pauly Aquarell-Stiftung, ein Chinesisches Papierschnittmuseum und die Heimatstube der Kreis Freystädter. Unser Museum ist somit eine Schatz- und Schutztruhe für Menschen und Stadt, stiftet gleichzeitig Heimat. Demnächst zieht auch noch die Tourist-Info der Stadt Weilburg ein.

Mit der Heimatstube nimmt die Stadt Weilburg auch Verantwortung für den Oberlahnkreis sowie den Landkreis Limburg-Weilburg wahr.

Menschen Heimat zu geben ist mir ein höchst wichtiges Anliegen: Heimatstube Kreis Freystadt im Bergbau- und Stadtmuseum, Stube der Sudetendeutschen Landsmannschaft im Komödienbau, Kreuz der Heimatvertriebenen und Gedenkstätte auf dem Weilburger Friedhof, der Gedenkstein der Kreis Freystädter in der Freystädter Straße, die Gedenkstätte in der Nassaustraße „Landwirtschaftliche Nebenerwerbssiedlung 1953 – 1957 mit 42 Siedlerstellen und 9 Einzelstellen für heimatvertriebene Familien, 7 aus dem Sudetenland, 3 Schlesien, 2 Ostpreußen, 1 Westpreußen, 1 Slowakei, 1 Wartheland“, Volkstrauertag um die Opfer von Krieg, Terror und Gewalt, die Gedenktafel im Bahnhof Weilburg, 2006 angebracht, als die Stadt Eigentümer des Bahnhofs war: Am 4. Februar kam der erste Transport heimatvertriebener Menschen aus dem Sudetenland mit 1.204 Menschen in Weilburg an.

Menschen Heimat zu geben ist unverändert eine wichtige Aufgabe, auch 2015 und 2016: Im vergangenen Jahr kamen rund 1.000 Menschen auf der Flucht aus Syrien, Irak, Afghanistan, Eritrea und Somalia sowie weiteren Ländern zu uns. Mitarbeiter von Stadt und Rotem Kreuz, die Türkisch Islamische Gemeinde und über 200 ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger nahmen sich diesen Menschen auf der Flucht an. Mauern und Zäune lösen nichts, auf Dauer werden sie überwunden, werden eingerissen, verfallen. Mitmenschlichkeit ist gefragt, ist angesagt.

Für die Stadt Weilburg an der Lahn ist es eine ehrenvolle Aufgabe, auch künftig Menschen Heimat zu stiften. Wir pflegen Städtepartnerschaften mit Privas/Frankreich, Zevenaar/Niederlande, Kezmarok/Slowakei, Colmar-Berg/Luxemburg, Kizilcahamam/Türkei und Quattro Castella/Italien. Heute leben in Weilburg 13.500 Menschen mit 83 Nationalitäten. Wir leben in einem europäischen Haus, das in einem globalen Weltdorf steht.

Die Stadt Weilburg an der Lahn und auch ich werden den Kreis Freystädtern immer verbunden bleiben. Geschichte ohne Gegenwart hat keine Zukunft.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!

Weilburg an der Lahn, 24. September 2016

Hans-Peter Schick

Bürgermeister

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