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Archiv des Rathauses

Forstliches Bildungszentrum Weilburg: Einweihung „Haus Lärche“

Mittwoch, 21. September 2016, 10.00 Uhr, Kampweg 1, Weilburg an der Lahn

„Der Wald, mein Freund!“

Sehr geehrter Herr Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebes HessenForst,

sehr geehrter Herr Ministerpräsident Volker Bouffier,

sehr geehrter Herr Leitender Forstamtsdirektor Werner Wernecke,

sehr geehrter Herr Staatsminister a.D. Karlheinz Weimar,

sehr geehrter Herr Ministerialdirigent Carsten Wilke, Abteilung Forsten und Naturschutz im Hess. Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Präsident des Deutschen Forstvereins

sehr geehrter Herr Architekt Matthias Losacker, lieber Matthias,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

„Buche – Eiche – Linde –Lärche“, so lautet die Traumkarriere des Forstlichen Bildungszentrums von HessenForst in Weilburg an der Lahn.

Ich kann mich noch sehr gut erinnern an einen der sensationellsten Anrufe meines Berufslebens: Staatsminister Wilhelm Dietze rief bei mir Zuhause an, ich hatte einen halben Tag Urlaub und wirkte im Garten bei der Firma „Mach mal ...!“. Meine Frau brachte mir das Telefon in den Garten und sagte: „Hier will dich der Herr Dietzel sprechen!“. Herr Staatsminister Wilhelm Dietzel stellte mir kurz und bündig die Frage: „Bürgermeister, wollen Sie HessenForst oder das Forstliche Bildungszentrum?“. Meine Entscheidung war in einer Sekunde klar: „Das Forstliche Bildungszentrum, denn unser Weilburg ist eine Bildungsstadt!“. Dabei dachte ich auch an die Verzahnung mit der Wilhelm-Knapp-Schule, unserer Berufs- und Berufsfachschule. Man muss aber auch wissen, dass nach meinem Votum Herr Dietzel in seiner Heimat Diemelstadt den Forstlichen Ausbildungsbetrieb schließen musste. Welch ein Minister, welch ein Kabinett!

Danke! Für Weilburg war auch dieses Telefonat der Beginn einer Traum-karriere, hier am Kampweg 1!

Reich ist eine Stadt die Freunde hat: Von ganzem Herzen danke ich Herrn Staatsminister Karlheinz Weimar und Herrn Ministerialdirigent Carsten Wilke, ohne Sie würden wir heute hier nicht stehen; höchst dankbar bin ich aber auch den Herren Michael Gerst, Dr. Gisbert Backhaus und Werner Wernecke. Denn sehr gut kann ich mich auch noch an die entscheidenden und weichen-stellenden Gespräche erinnern. Gemeinsam schafft man mehr!

Martin Luther prophezeite einst, dass Mangel an drei Dingen eintrete, nämlich an wahren Freunden, gerechter Münze und an grünem Holze. Forstamt und Forstliches Bildungszentrum Weilburg wie auch das Jahr 2005 mit dem 45. Hessentag in Weilburg an der Lahn beweisen, dass Martin Luther mit dieser Prophezeiung zumindest für Weilburg an der Lahn am Beginn des 3. Jahrtausends unrecht hat.

Herzlichst danke ich allen Menschen, die zur Verwirklichung dieses Hessischen Forstlichen Bildungszentrums Weilburg beigetragen haben. Wunder werden wahr, wenn man daran glaubt und dafür kämpft.

Ich bin dankbar, ja höchst glücklich: Forstliches Bildungszentrum für Hessen (16.000 bis 18.000 Teilnehmertage), Forstamt (15.149 ha), zwei Revier-förstereien, Jugendwaldheim (6.500 Besucher), Kinderforsthaus, 26 km² herrliche Wälder, einmalige Buchenwälder, Flora-Fauna-Habitat, Naturschutz, beeindruckende Lindenalleen, ein wunderbarer Wildpark mit zwei Braunbären aus unserer slowakischen Partnerstadt Kezmarok (112.000 Besucher), Waldpädagogik vom Kinderwagenalter bis für Hochbetagte, bundesweit einmaliger Waldkindergarten, Fördervereine für Waldpädagogik und für den Wildpark. Weilburg an der Lahn ist die Waldstadt Nr. 1 in Hessen.

„Weißt du, was ein Wald ist? Ist der Wald etwa nur 10.000 Klafter Holz? Oder ist er eine grüne Menschenfreude?“, so die Frage von Bertholt Brecht (1898 – 1956). Wald ist mehr als die Summe der Bäume. Wald ist Miteinander und Füreinander, Wald lehrt uns auch Menschlichkeit und Menschsein, die Gemeinschaft aller, im Wald leben alle von der Baumkrone im Himmel bis unter das Wurzelwerk in der Erde, der Wald tut gut. „Weißt du nicht, dass die Wälder das Leben eines Landes (einer Stadt) sind?“, so der Verfasser einer babylonischen Keilschrift.

Da das Leben keine Einbahnstraße ist, durfte ich mit dem Verkauf des alten Forstlehrbetriebs in der Frankfurter Straße, der Initiative und dem Grundstück für das Jugendwaldheim, die Idee zum Kinderforsthaus, zwei Braunbären aus unserer slowakischen Partnerstadt Kezmarok und manchem mehr meinen Anteil besteuern. Wer fordert oder wünscht muss auch selbst mehr leisten, ja geben! Denn das Leben ist keine Einbahnstraße, das Leben basiert auf Gegenverkehr!

Klare Ziele, Verlässlichkeit, Qualität und guter Wille führen zu Erfolg, zu Ideen und Tatkraft. Die Stadt Weilburg hat alle Projekte des Forstes stets gerne unterstützt, denn wer fordert, muss auch fördern, und Freundschaft ist kein Geschenk, sondern stete Aufgabe. Übrigens, John Manwood schrieb 1592 in einer Abhandlung zu Forstgesetzen: „ ... und daher besteht ein Forst vornehmlich aus diesen vier Dingen: aus Dickicht und Wildbret, aus bestimmten Gesetzen und aus entsprechenden Beamten“. Entweder haben wir in Hessen gute Gesetze oder nicht „entsprechende“ Beamte. Weilburg freut sich und dankt.

HessenForst beförstert unseren Wald in engster Zusammenarbeit mit dem Rathaus hervorragend, die nächste Forsteinrichtung läuft im Miteinander und einen Stadtkalender zum Wildpark „Tiergarten Weilburg“ gab es 2012.

Holz ist unser aktueller Weilburger Baustoff: Kindertagesstätte Hirschhausen, Kindertagesstätte Kirschhofen, Jugendwaldheim, Hessentags-Halle (Modellprojekt: 2-Feld-Sporthalle in Holz-Ständerbauweise) und Bürgerhaus Hirschhausen. Weilburg lebt Wald und Forst, damit auch Holz!

Der Weg zum heutigen Forstlichen Bildungszentrum begann in unserer Stadt 1942 mit einem kleinen Forstlehrbetrieb für die Anpflanzung von Kulturen, siehe Motiv des 50-Pfennig-Stück.

In Rheinland-Pfalz gibt es ein Weinministerium, in Hessen ist leider das Forstministerium verloren gegangen. Der Stellenwert von Wald und Forst gebietet in Hessen ein Forstministerium.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich komme zum Resümee von Wald und Forst in Hessen und insbesondere in Weilburg an der Lahn: „Es ist gar zu schön, den ganzen Tag im Wald zu sein!“, so Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832).

Ich danke für die Aufmerksamkeit, bin höchst dankbar und glücklich für das Forstliche Bildungszentrum Weilburg sowie den Status Hessens Waldstadt Nr. 1 und wünsche uns allen eine fürwahr gute Zeit!

Weilburg an der Lahn , 21. September 2016

Hans-Peter Schick

Bürgermeister

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