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Aktuelles aus dem Rathaus

Die Nutzung der „dazwischenliegenden Möglichkeiten“ ist eine erfolgreiche Methode der Stadtentwicklung

Pressemitteilung des Wirtschaftsrates Sektion Limburg-Weilburg vom 8. September 2022:

Die Nutzung der „dazwischenliegenden Möglichkeiten“ ist eine erfolgreiche Methode der Stadtentwicklung.

In der Stadt Weilburg werden seit 2002 die sogenannten „dazwischenliegenden Möglichkeiten“ in der Stadtentwicklung erfolgreich genutzt. Im Rahmen einer Veranstaltung des Wirtschaftsrates, Sektion Limburg-Weilburg, haben jetzt Altbürgermeister Hans-Peter Schick, Architekt Matthias Losacker, Geschäftsführer Stefan Hötterges und Investor Markus Stillger sowie Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch erfolgreiche Schritte und Projekte in Weilburg vorgestellt.

Sektionssprecher Klaus Rohletter hatte zuvor die Teilnehmer begrüßt und betonte: „Die wirtschaftliche Entwicklung des gesamten Landkreises von Weilburg über Limburg bis Bad Camberg ist dem Wirtschaftsrat wichtig, dabei setzen wir auf die Soziale Marktwirtschaft“. Moderiert wurde die Veranstaltung von Redaktionsleiter Mika Beuster vom Weilburger Tageblatt.

„Wenn Naturschutz, Denkmalschutz, Bergsenkungsgebiete, Waldreichtum und Topographie Grenzen für die Stadtentwicklung setzen, dann muss eine Stadt wie Weilburg auf die dazwischenliegenden Möglichkeiten setzen“, führte Hans-Peter Schick in die Thematik des Abends ein. Jahrhundertelang orientierte sich Weilburgs Entwicklung an der Lahn. „Um das Jahr 2000 kam die Stadt an Grenzen und steuerte dann mit der Betonung des quer zur Lahn verlaufenden Verkehrsbandes B456 von Westerwald über die Altstadt bis zum Taunus um“, betonte Schick, „und suchte fortan die dazwischenliegenden Möglichkeiten als Weg für die Zukunft.“ Baulücken wurden ebenso aufgetan wie ungenutzte Brachflächen und leerstehende Gebäude.

Der Bau der Oberlahnbrücke mit dem Mühlbergtunnel war sicherlich ein wesentlicher Schritt, das Landratsamt wurde wieder einer Nutzung zugeführt, der Kirmesplatz wurde geöffnet für Wohnen und Pflege, feig electronic konnte sich entwickeln, REWE Waldhausen wurde angesiedelt, das Forstliche Bildungszentrum deutlich ausgebaut, in der Frankfurter Straße 13 zog eine private Büronutzung ein, das DRK-Zentrum entstand und zuletzt wurde die leerstehende Spielmannschule neu belebt und am Stadtrand konnte ein Ärztehaus angesiedelt werden. Insgesamt entstand mit weiteren Bau- und Gewerbegebieten zwischen Waldhausen, Weilburg und Kubach eine Stadtmitte mit rund 8.500 Einwohnern. Für die Altstadt regte Schick an, eine Denkwerk-statt zu bilden und einen Kümmerer zu engagieren. Schließlich lobte Schick das Projekt „Klein Nizza, mit dem Westerwald, Postplatz und Altstadt verbunden werden.

Die Potentiale der Lahnschleife stellte dann der Weilburger Architekt Matthias Losacker vor: „Die Lahnschleife bietet vielfältige Möglichkeiten mit Ihren ungenutzten und teilweise brachliegenden Flächen, kann wesentlicher besser ein attraktiver Lebensraum werden und gleichzeitig die Altstadt miteinwickeln und mit der Westerwald- und Taunusseite verbinden“. Beispielhaft nannte Losacker das Projekt „Wohnen am Fluss“ und „Klein-Nizza, aber auch Kunst und Kultur sowie kleine Plätze am Lahnufer der Erholung, Entspannung und Anregung. Insgesamt sieht Matthias Losacker siebzehn Entwicklungsschritte in der Lahnschleife. „Die Stadt kann von der Lahn aus weiterentwickelt werden, die Flächen in der Lahnschleife sind neu denken.“, so Matthias Losacker. Eine zentrale Bedeutung mit Potential sieht Losacker in dem Knotenpunkt Oberlahnbrücke, Kreishallenbad, Omnibusbahnhof, Eiserner Steg und Bahnhof.

„Qualifiziertem und altersgerechten Wohnraum kommt eine immer größere Bedeutung zu“, führten Stefan Höttgeres und Max Stillger von der ABID in das Projekt „Seniorenzentrum „Lindenring Weilburg“ ein. 57 Wohnungen und 65 Pflegeappartements für alle Pflegegrade entstehen bis Ende 2023 auf dem ehemaligen Kirmesplatzareal an der Limburger Straße. Die Investition beläuft sich auf rund 32 Millionen €. Damit entstehen gleichzeitig 60 Voll- und Teilzeit-arbeitsplätze. 56 % der Wohnungen sind verkauft, weitere 9 % bereits reserviert. Insgesamt werden rund 150 Menschen im „Lindenring Weilburg“ ein neues Zuhause finden. Die ABID Wohnstadt GmbH besteht seit 25 Jahren und ist mit ihren Investitionen im Lahntal sowie an der Mosel und im Raum Hungen aktiv.

Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch zeigte dann die Perspektiven am Standort Weilburg auf, nannte Weilburg einen Standort, „an dem sich viel bewegt hat und bewegt, Stadtentwicklung hört nicht auf.“ Die aktuelle Palette reicht von einzelnen Standorten in der Lahnschleife über Objekte am Marktplatz und an der Ritsche, den Felsenkeller, über die Neuanlage der Wohnmobilstation, Standorte an der B 456. „Die Lahn erlebbar machen“, nannte Bürgermeister Dr. Hanisch ein großes Ziel, gleichzeitig drückte er seine Freude aus über die Entwicklung bei Thermo Tec, das entstehende Glasfasernetz, den anstehenden Neubau des Bürger-hauses in Gaudernbach sowie natürlich den künftigen Neubau des Kranken-hauses. Ein wichtiger Schlüssel zur Innenentwicklung der Kernstadt und der Stadtteile sei die Möglichkeit, leerstehende Immobilien und Problemstandorte zu erwerben, dafür stelle das Parlament jährlich 500.000 € zur Verfügung.

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