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Aktuelles aus dem Rathaus

Florian Streit folgt auf Diethelm Heider Neuer Ortsgerichtsschöffe im Ortsgerichtsbezirk II für Gaudernbach und Hasselbach

Weilburg, 9. Juni 2022

Im Ortsgerichtsbezirk Weilburg II, zuständig für Gaudernbach und Hasselbach, hat es einen Wechsel der Schöffen gegeben. Im Beisein von Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch und Ortsgerichtsvorsteher Karl-Heinz Hauck, verabschiedete die Direktorin des Amtsgerichts Weilburg, Bettina Tayefeh-Mahmoudi, Diethelm Heider als Ortsgerichtsschöffen und vereidigte Florian Streit als seinen Nachfolger. Nach 20 Jahren im Amt wollte Heider „das Feld der jüngeren Generation überlassen“, wie er sagte. Er habe diese Aufgabe im Ehrenamt immer sehr gerne gemacht, auch wenn es hin und wieder Herausforderungen gegeben habe. Denn auf dem Dorf kenne man sich und gerade wenn es darum ging Sterbefallanzeigen an das Amtsgericht zu erteilen, sei es auch mal emotional gewesen, berichtete der Gaudernbacher.

Florian Streit ist Bauingenieur, was dem 29-jährigen Hasselbacher beispielsweise bei der Schätzung von Grundstücken nützlich sein kann. Dies ist einer von den drei großen Zuständigkeitsbereichen im Ortsgerichtsgesetz. Weiterhin fallen die Beglaubigung von Unterschriften und Abschriften sowie die Erteilung von Sterbefallanzeigen und die Sicherung des Nachlasses unter die Zuständigkeit. Florian Streit freut sich auf sein neues Amt und bei Fragen könne er sich auf die Unterstützung durch das Amtsgericht verlassen, versicherte ihm die Amtsgerichtsdirektorin. Diethelm Heider habe ihm auch Unterstützung zugesichert, freute sich Streit. Bettina Tayefeh-Mahmoudi dankte ihm, denn es sei zunehmend schwerer, Menschen für dieses Amt zu gewinnen. Die Aufgaben seien auch mal komplexer, umso schöner, dass sich hier schnell ein Nachfolger gefunden habe. Tayefeh-Mahmoudi hofft, dass auch für Karl-Heinz Hauck, dessen Amtszeit Ende November endet, schnell ein Nachfolger gefunden wird. Auch Hauck möchte das Amt nach rund 15 Jahren als Ortsgerichtsvorsteher an Jüngere abgeben. Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch schloss sich dem Dank an. Es sei ein besonderes Ehrenamt und nicht selbstverständlich, sich neben den täglichen Verpflichtungen im Arbeits- und Privatleben für die Belange ihrer Mitbürger einzusetzen. Auch Karl-Heinz Hauck gratulierte dem neuen Ortsgerichtsschöffen und dankte auch Diethelm Heider für das gute Miteinander.

Hessen hat seit 1953 als einziges Bundesland Deutschlands Ortsgerichte errichtet. Grundlage für die Tätigkeit des Ortsgerichts ist das Hessische Ortsgerichtsgesetz und die Dienstanweisung für die Ortsgerichte. Jede Gemeinde besitzt ein Ortsgericht, in Gemeinden mit Ortsteilen können mehrere Ortsgerichte errichtet werden. In Weilburg gibt es 23 Ortsgerichte, die aus Ortsgerichtsvorstehern und Ortsgerichtsschöffen bestehen. Diese werden von der Gemeinde gewählt und von der Direktorin des Amtsgerichts ernannt. In der Regel beträgt die Amtszeit 10 Jahre, 5 Jahre, wenn das Ortsgerichtsmitglied zur Zeit seiner Ernennung bereits das 65. Lebensjahr vollendet hat. Ortsgerichtsmitglieder sind keine Juristen und dürfen nicht rechtsberatend tätig werden. Sie sind bürgernah, es bestehen kurze Wege und aufgrund der Eingebundenheit der Ortsgerichtsmitglieder in die Gemeinde genießen sie ein großes Vertrauen.

Bildunterschrift: Amtswechsel in Gaudernbach (v.l.): Florian Streit, Karl-Heinz Hauck, Diethelm Heider, Bettina Tayefeh-Mahmoudi und Dr. Johannes Hanisch.

 

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