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Aktuelles aus dem Rathaus

Siebte Brücke in Weilburg heißt „Eiserner Steg“ - Lahnbrückensteg für Fußgänger und Radfahrer offiziell freigegeben

Weilburg, 31.03.2021 

WEILBURG. Es ist ein besonderer Anlass, zu dem Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch geladen hat: Die siebte Weilburger Brücke, die die Taunusseite mit dem Weilburger Bahnhof und dem ZOB verbindet, ist nach nicht einmal 10 Monaten Bauzeit fertiggestellt und konnte nun für Fußgänger und Radfahrer freigegeben werden. Neben dem Ersten Stadtrat Hartmut Eisenträger, Stadtverordnetenvorsteher Bruno Götz, Mitgliedern vom Magistrat, Fraktionsvorsitzenden sowie Mitgliedern des Bauausschusses und Ortsvorsteherin Margrit Eisenträger, begrüßte Bürgermeister Dr. Hanisch auch Hans Bendel, Bernhard Pietsch und Maurice Wenta vom Planungsbüro be+p aus Limburg und Arnd Brüßler von der ausführenden Firma Laudemann aus Sontra sowie Roger Schmidt und Diethelm Heider vom städtischen Bauamt zur Einweihung des neuen Brückenstegs. Gemeinsam eröffnete man den nun „Eiserner Steg“ getauften, 100 Meter langen und 3,5 Meter breiten Lahnbrückensteg.

„Die Fertigstellung und Einweihung des Brückenstegs ist ein großer Meilenstein in der Infrastruktur unserer Stadt. Eine Brücke baut man nicht jeden Tag und das ist kein gewöhnliches Projekt“, sagte Dr. Johannes Hanisch. „Von der Entscheidung bis zur Baugenehmigung und zum Baustart war es dann doch ein weiter Weg“, erinnerte er sich. Der erste Beschluss zum Brückenbau war im September 2016 gefallen, es folgten ein Zuwendungsantrag bei Hessen Mobil und die Beantragung einer Wasserschutzrechtlichen Genehmigung. Die Ausschreibung erfolgte Ende 2019 und nach der Vergabe im Februar 2020 an die Firma Laudemann starteten die Arbeiten vor Ort Ende Mai 2020. Auch habe es in der Beschlussphase einige Diskussionen gegeben, erinnerte sich Bürgermeister Dr. Hanisch. Diskutiert wurde, ob die Brücke als Pylonen-Brücke aus Holz oder als Stahlfeldbrücke mit Mittelpfeiler gebaut werden sollte. Die Entscheidung für die jetzt verwirklichte Stahlvariante sei vor allem aus optischen Gründen gefallen: „Es war eine gute Entscheidung, die neue Fußgängerbrücke fügt sich optisch ideal ein und gibt ein einheitliches Bild zur rund 150 Jahre alten, parallel verlaufenden Eisenbahnbrücke“, sagte das Stadtoberhaupt.

Ausgangslage sei ein maroder, nicht mehr verkehrssicherer Betriebssteg gewesen, der zuvor zwar viele Jahre Fußgängern diente, jedoch zum einen Eigentum der Bahn und damit kein öffentlicher Weg gewesen sei und mit nur einem Meter Breite zu schmal und damit ungeeignet für Menschen mit Kinderwagen, Rädern oder Rollatoren, skizzierte der Bürgermeister. Mit dem Abbau des alten Stegs sei jedoch eine notwendige fußläufige Verbindung des Bahnhofs und Zentralen Busbahnhofs, insbesondere für die Schülerinnen und Schüler von allen Schulen und Bildungseinrichtungen auf der Taunusseite, weggefallen. Die neue Brücke sei aber nicht nur für Fußgänger bestimmt, sie bilde auch eine neue Trassenführung des Radwegs R7 entlang des Leinpfades Richtung Ahausen. Nach dem Neubau der Rampe vor 6 Jahren sei es mit dem Lahnbrückensteg nun ein logischer Lückenschluss um den Radweg R7 wieder am Oberlahnbad auf der anderen Seite der Lahn zusammenzuführen. Im vergangenen Jahr sei hierfür auch ein Radwegekonzept erstellt worden, ergänzte Bürgermeister Dr. Hanisch. Das Radwegekonzept sei auch förderlich für eine deutlich höhere Bezuschussung durch das Land gewesen, wie das Stadtoberhaupt schilderte. Statt der sonst üblichen 60 Prozent habe die Stadt eine Förderung von 80 Prozent erhalten. „Dies ist ein klares Statement vom Land Hessen für den Lahnbrückensteg und tut uns gut“, sagte Bürgermeister Dr. Hanisch und dankte dem Land für diese großzügige Förderung. Rund 1,663 Millionen Euro hat der Bau des Brückenstegs gekostet, 230.000 Euro Planungskosten kommen noch hinzu. Mit nur 6 % Mehrkosten, in Summe 90.000 Euro, sei es eine ganz solide Kostenrechnung gewesen, weiß Dr. Hanisch. Projekte in dieser Größenordnung würden oft mit weit höheren Mehrkosten finalisiert. Damit habe man auch das im Haushalt vorgesehene Budget von 2,3 Millionen weit unterschritten, ergänzt der Bürgermeister.

Bernhard Pietsch vom Planungsbüro Bendel & Partner bezeichnete die Planung der Brücke als "große ingenieurtechnische Leistung" und "Leuchtturmprojekt" für sein Planungsbüro. Der Bau einer wasserdichten Spundwand habe viel Know-how und Geld gekostet. Zum einen sei die Tiefe von fünf Metern eine Herausforderung, zum anderen sei der Untergrund mit seinen Sand- und Kiesschichten sowie hartem Fels problematisch gewesen, berichtete Pietsch. Auch Arnd Brüßler von der Laudemann GmbH aus Sontra verwies auf die Herausforderung beim Bau des Mittelpfeilers in der Lahn. "So etwas haben wir auch noch nicht gebaut", sagte er. Deshalb sei er "froh und dankbar", dass der Bau der Brücke unfallfrei abgelaufen sei. Die Weilburger Stahlbrücke liege derzeit im Trend einer Reihe von hessischen Brückenbauten, berichtete Brüßler mit Blick auf ähnliche Projekte, die sein Unternehmen an Eder und Fulda realisiere.

Auch das Geheimnis um den Namen für die siebte Brücke Weilburgs wurde gelüftet: Der „Eiserne Steg“ war das Ergebnis von 150 verschiedenen Namensvorschlägen, die nach einem Aufruf der Stadt Weilburg Mitte November bis Mitte Dezember 2020 von den Bürgerinnen und Bürgern eingegangen waren. Bisher sei der Arbeitstitel „Lahnbrückensteg“ für die Brücke gewesen, nun durfte der Name endlich offiziell gemacht werden, freute sich der Bürgermeister. Es sei ihm wichtig gewesen bei der Namenswahl die Bürgerinnen und Bürger mit einzubeziehen. Unter den 150 Einsendungen kamen auch 40 Vorschläge vom Gymnasium Philippinum. Der Vorschlag „Eiserner Steg“ war der mit den zweitmeisten Stimmen, die neuen Gewinner werden benachrichtigt und erhalten jeweils einen 50 Euro WWW-Gutschein (Andreas Müller, Karsten Klenke, Klaus Gerhardt, Harald Herrmann, Renate Röhrig, Alexander Scheiber und vom Gymnasium Philippinum die Lehrer Karin Keilich und Christof Trümner sowie Schüler Lasse Janssen). Der gewählte Name sei Programm und auch ein geschichtsträchtiger Name, wie Dr. Hanisch berichtet. Im Jahr 1864 wurde bereits in Höhe der Walderbachmündung ein „Eiserner Steg“ über die Lahn gebaut. Dieser diente damals dem Transport von Eisenerz aus den Gruben der anderen Lahnseite, ehe der Steg 1917 zum Bahnhof und der Grube Buchwald verlegt wurde, so geht es dem geschichtlichen Archiv der Stadt hervor.

Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (M.), Maurice Wenta (l.) und Arnd Brüßler eröffnen den „Eisernen Steg“
 
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