Mit einem Spatenstich hat die Stadt Weilburg offiziell den Startschuss für eine umfangreiche Infrastrukturmaßnahme in den Straßen Beethovenstraße, Riehlstraße und Im Geyer gegeben. Ziel des Projekts ist die grundhafte Erneuerung der Kanalisation, der technischen Infrastruktur und der Verkehrsflächen in diesem Bereich.
Im Rahmen der gesetzlichen Eigenkontrollverordnung wird der bestehende Hauptkanal auf einer Länge von rund 872 Metern erneuert. Dabei werden Kanalrohre der Dimension DN 300 und DN 400 verlegt und sämtliche Hausanschlüsse im öffentlichen Bereich ausgetauscht. Die bestehende Infrastruktur stammt überwiegend aus den 1950er Jahren, in einzelnen Abschnitten sogar aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, und ist inzwischen dringend sanierungsbedürftig.
Parallel zur Kanalsanierung werden die betroffenen Straßen und Gehwege vollständig erneuert. Insgesamt werden rund 8.921 Quadratmeter Verkehrsfläche grundhaft ausgebaut. Dabei werden auch aktuelle Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur berücksichtigt, etwa barrieregerechte Gehwegbereiche und abgesenkte Bordsteine an Kreuzungen.
Ein weiterer Bestandteil der Baumaßnahme ist die Errichtung einer neuen Stützmauer im Bereich der Kreuzung Feuerbachweg, Eichendorfweg und Im Geyer. Zusätzlich werden vier bestehende Stützmauern saniert und mit neuen Geländern ausgestattet, um die Verkehrssicherheit dauerhaft zu gewährleisten.
Die Gesamtbaukosten für Kanal- und Straßenbau einschließlich der Baunebenkosten belaufen sich auf rund 4 Millionen Euro. Parallel dazu nutzen die Stadtwerke Weilburg die Bauarbeiten, um Teile der Strom- und Wasserleitungen zu erneuern. Dafür sind Investitionen von etwa 180.000 Euro vorgesehen.
Um die Erreichbarkeit der Anlieger bestmöglich aufrechtzuerhalten, wird die Maßnahme in sechs Bauabschnitte unterteilt. Begonnen wird im obersten Drittel der Straße Im Geyer, anschließend folgen die Arbeiten in der Beethovenstraße sowie im Abschnitt von der Bismarckstraße bis Im Geyer. Danach wird die Riehlstraße erneuert. Die beiden letzten Bauabschnitte betreffen schließlich den verbleibenden Bereich der Straße „Im Geyer“.
Mit der Planung und Bauleitung ist das Ingenieurbüro Ohlsen aus Grünberg beauftragt. Die Ausführung der Bauarbeiten übernimmt die Firma Hermann Schäfer aus Weilmünster, die sich im Vergabeverfahren als wirtschaftlichster Anbieter durchgesetzt hat. Die Fertigstellung der Maßnahme ist – abhängig von der Witterung – für Mitte 2027 vorgesehen.
Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch bittet die Anwohnerinnen und Anwohner bereits jetzt um Verständnis für die mit den Bauarbeiten verbundenen Einschränkungen:
„Ich will mich aber jetzt schon im Namen von uns allen ganz herzlich bei den Anwohnern für ihr mit Sicherheit aufzubringendes Verständnis bedanken. Eine solche Maßnahme bringt immer Einschränkungen mit sich. Umso wichtiger ist es, dass wir hier gemeinsam gut miteinander umgehen.“ Gleichzeitig betont der Bürgermeister die langfristigen Vorteile des Projekts für das gesamte Quartier: „Wenn eine komplett neue Infrastruktur verlegt ist, dann hebt das die Qualität deutlich. Wir sprechen hier über ein ganzes Quartier mit drei Straßen. Das steigert auch den Wert der Infrastruktur insgesamt. Gleichzeitig beteiligen sich die Anlieger nicht mehr direkt über Straßenausbaubeiträge an der Maßnahme. Die Finanzierung erfolgt über den allgemeinen Haushalt der Stadt und damit solidarisch über alle Bürgerinnen und Bürger.“
Auch Jörg Korschinsky, Geschäftsführer der Stadtwerke Weilburg begrüßt die Maßnahme „Wir sind froh, dass die Stadt Weilburg dieses Mammutprojekt umsetzt. Als Trinkwasserversorger sind wir auf eine funktionierende und sichere Kanalinfrastruktur angewiesen.“
Mit der Maßnahme investiert die Stadt Weilburg nachhaltig in die Erneuerung ihrer technischen Infrastruktur und die Verbesserung der Verkehrsflächen im betroffenen Wohngebiet.