Anleger für Rollschiff auf Hauseley-Seite erneuert

Besichtigen gemeinsam die Baumaßnahme (v.l.): Patrick Kleinmann, Ralf Haas, Michael Negasi, Marco Müller, Alexander Erbe, Roger Schmidt, Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch, Michael Kühn und Andreas Geis.

Historische Fährverbindung existiert seit 333 Jahren und hat hohe Bedeutung für Tourismus

Seit 1691 existiert das Rollschiff, eine historische Fährverbindung in Weilburg, die Menschen vom Lahnufer „Am Bangert“ über die Lahn zum „Hauseley“ bringt. Nun wurde der Anleger auf der Lahnseite des Hauseley-Felsens runderneuert und mit Sitzgelegenheiten ausgestattet. „Seit knapp 333 Jahren ist das Rollschiff eine wichtige innerörtliche Verbindung. Ein besonderes Jubiläum, zu dem die Baumaßnahme sehr gut passt“, sagte Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch bei einem gemeinsamen Besichtigungstermin mit Bauamtsleiter Roger Schmidt, Alexander Erbe vom Tiefbauamt und Michael Kühn von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises. Auch Andreas Geis vom Ingenieurbüro PPI Projekt Plan aus Weinbach sowie die Mitarbeiter des ausführenden Bauunternehmens Albert Weil aus Limburg waren vor Ort. Während das Rollschiff in den ersten Jahrhunderten die wichtigste Fährverbindung für den Personen- und Viehtransport über die Lahn war und die Weilburger vor allem zu ihren Gärten und Nutzflächen auf der Hauseley-Seite übersetzte, sei „die kleinste und feinste Fährverbindung in Hessen“ heute ein Erlebnis mit einer hohen Bedeutung für den Tourismus, wie der Bürgermeister ausführte.

An der Lahnseite „Hauseley“ ist die Anlegestelle brüchig und renovierungsbedürftig geworden. „Hier war dringender Handlungsbedarf, sodass wir die notwendigen Mittel im Haushalt einstellten und im Vorfeld das notwendige Genehmigungsverfahren mit der Wasser- und Naturschutzbehörde des Landkreises durchführten“, erklärte Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch. Das Genehmigungs- sowie das Planverfahren im Vorfeld nahmen viel Zeit in Anspruch und um den Fährbetrieb im Sommer aufrecht zu erhalten, begann die Baumaßnahme erst nach der Sommersaison im Oktober, wie Bauamtsleiter Roger Schmidt ausführte. Der vorhandene, marode Betonanleger wurde abgebrochen und eine neue Betonplatte errichtet, die eine großzügige Freifläche mit Sitzgelegenheiten bietet. Derzeit wird die endgültige Modellierung der Zuwegungen zur Anlegestelle fertiggestellt und auch ein Geländer rund um die Anlegestelle wird errichtet. Das Geländer ist herausnehmbar, sodass in Zeiten des Hochwassers eingegriffen werden kann. Die Bedingungen vor Ort seien sehr herausfordernd, denn um zur Baumaßnahme zu gelangen seien rund 400 Meter über unebene, schmale Wege zurückzulegen und die Wetterbedingungen sorgten zusätzlich für Schlamm und schwierige Witterungsverhältnisse. Darum seien bei der Ausschreibung der Baumaßnahme nur wenige Rückmeldungen gekommen, wie Andreas Geis vom Ingenieurbüro PPI Projekt Plan schilderte. „Die Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen Albert Weil und ebenso mit der Unteren Wasserbehörde sowie mit der Stadt Weilburg funktioniert hervorragend“, lobte Andreas Geis. Das umfangreiche Genehmigungsverfahren im Vorfeld sei sehr wichtig gewesen, denn nun, nach rund zwei Jahren Planung sei die Anlegestelle nachhaltig und zukunftssicher“, ergänzte er. Auch Michael Kühn lobte die Zusammenarbeit mit Stadt, Planungsbüro und ausführendem Bauunternehmen. Er habe bereits viele genehmigungsrelevante Maßnahmen der Stadt Weilburg mitbegleitet und freut sich nun, dass auch eine weitere erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Insgesamt betragen die Baukosten rund 175.000 Euro und die Baumaßnahme wird etwa Ende Dezember fertiggestellt sein. „Auch mit dieser Investition setzen wir ein deutliches Zeichen für den Tourismus und die Bewohner Weilburgs und ich bin dankbar, dass auch die politischen Gremien diese Investitionen mittragen“, sagte Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch. Auch am direkt anliegenden Hauseleyfelsen wird derzeit in Sicherheit investiert: Der Steg um den Felsen wurde komplett erneuert und ein Geländer wird derzeit montiert. „In den letzten Jahren hat die Stadt Weilburg mit den Baumaßnahmen rund 3,15 Millionen in die Infrastruktur und den Tourismus investiert. Mit dem Eisernen Steg, dem Parkdeck der Kreissparkasse Weilburg, Klein Nizza und der Anbindung des Fernradwegs R7 sowie vieler weiterer Maßnahmen schließt sich der Kreis und die Kette durch Weilburg wird komplettiert“, sagte Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch. „Diese alte Tradition um den historischen Fährbetrieb ist eine wichtige touristische Komponente und soll erhalten bleiben. Ich danke dem Kur- und Verkehrsverein für das Aufrechterhalten des jährlichen Fährbetriebs sowie dem städtischen Bauhof für den Transport und die jährliche Wartung und Instandsetzung des Rollschiffs“, sagte der Bürgermeister abschließend und dankte allen Beteiligten für die großartige Leistung.

Das Weilburger Rollschiff ist eine historische Fährverbindung über die Lahn die nur in den Saisonmonaten (etwa Ende April bis Mitte September) an den Wochenenden sowie an Feiertagen ausgeführt wird. Betrieben wird das Rollschiff durch reine Muskelkraft des Rollschiffkapitäns, denn das Boot wird an einem Drahtseil entlanggeführt. Das im Einsatz befindliche Rollschiff ist seit über 70 Jahren im Gebrauch. Es wird gerne von Wanderern und Radwanderern genutzt und ist für Weilburg Touristen ein einmaliges Erlebnis. Das Rollschiff verbindet die Weilburger Altstadt an der Anlegestelle "Im Bangert", mit der Westerwaldseite von Weilburg, Anlegestelle unterhalb der Hauseley.