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Schiffstunnel 
Einziger Schiffstunnel Deutschlands
Bauherr: Herzog Adolph von Nassau

Inschrift an der Einfahrt:
ADOLPHUS DUX NASSOVIAE MONTIS JUGUM PERFOSSUM NAVIBUS APERUIT A. D. MDCCCXLVII

Adolphus Herzog von Nassau, hat das Joch des Berges durchstoßen und den Schiffen geöffnet. 1847.

Bereits 1809 war die Wasserstraße bis Runkel freigelegt. 1810 wurde die Strecke Runkel-Weilburg eröffnet. Man wollte die Wirtschaft ankurbeln und die vielfältigen Rohstoffe des Lahntales, wie Holz, Eisenstein, Kalkstein, Marmor, Ton und Basalt per Schiff an den Rhein bringen. Strategisch sollte die Lahn Verbindungsstück des Schiffahrtsweges zwischen Rhein und Elbe werden.

Da ein solcher Tunnel bis dato noch nie vorhanden war, bedurfte es langer finanzpolitischer und bergbautechnischer Vorplanungen. Oberbergrat Schapper und Grandjean sowie Amtmann Haas und Schenk gelang es, trotz vieler Hindernisse und Schwierigkeiten, dieses einmalige grandiose Bauwerk - ein Meisterwerk der Baukunst - 1847 zu vollenden und für die Bevölkerung freizugeben.

Seine wirtschaftliche und strategische Bedeutung hat dieser Lahnwasserweg schon bald durch den Bau der Eisenbahnlinie Koblenz - Gießen (1862) verloren.

Technische Daten:
Länge des Tunnels = 195,26m, Breite = 5,60m, Höhe = 6,30m, Tiefe = 1,75 m. Wasserspiegeldifferenz zwischen Ein- und Ausfahrt = 4,65m, deshalb gekoppelte Doppelkammerschleuse mit 3 Toren. Kammerlänge 42m, Breite 5,35m, 10.000 Kubikmeter Aushaugestein (Grünstein-Kalkstein und Rotschiefer). Zur Ausmauerung wurden 32.000 Ziegelsteine und der Rest Bruchsteine aus dem Löhnberger Weg, aus Arfurt und den Marmorbrüchen aus Villmar verwenet.
Benedikt Fey